Die Hülsenfrucht der Dicken Bohne (Vicia faba)
Die Samen der Dicken Bohne (Ackerbohne) sind nicht nur köstlich, sondern liefern – wie alle Hülsenfrüchte – wertvolle pflanzliche Proteine, und damit Aminosäuren für eine gesunde Ernährung. Ein zentraler Baustein von Aminosäuren ist Stickstoff. Pflanzen nehmen hauptsächlich mineralischen Stickstoff aus der Bodenlösung auf. Aber auch einfache Aminosäuren können im Boden erschlossen werden. Dennoch ist Stickstoff i.d.R. limitiert. Wenn man doch den Stickstoff aus der Luft nutzen könnte… Pflanzen können das nicht – bestimmte Boden-Bakterien, wie die Rhizobien, sind darin aber wahre Meister. So kam es zu einer Symbiose zwischen Pflanzen (am bekanntesten: die Pflanzenfamilie der Fabaceae [Leguminosae]/Hülsenfrüchtler) und Bakterien, die es sich in sogenannten Wurzelknöllchen gemütlich machen. Wer sich die Wurzeln von z.B. Rot-Klee genauer ansieht, entdeckt daran diese Knöllchen, wie winzige Kartoffeln. Die Bakterien binden den Luftstickstoff (N2) und wandeln ihn in eine für die Pflanze nutzbare Form um. Wo man dann wieder bei den Samen der Dicken Bohne angelangt wäre…
Und nun eine Kur für den Boden: durch Anbau und Ernte von Nutzpflanzen verarmt der Boden. Ihm wird fortwährend Stickstoff entzogen. Hier hilft eine Langzeitgründüngung. Indem Beete auch mal 2-3 Jahre nicht bewirtschaftet werden und stattdessen Stickstoff-eintragende Pflanzen wie Lupine und Klee angebaut werden, kann sich der Boden aus der Luft heraus wieder anreichern. Phantastisch! Denn zum einen wird der eingefangene Stickstoff teilweise durch den fortwährenden Auf- und Abbau der Feinwurzeln im Bodenwurzelraum wieder frei. Zum anderen kann das geerntete Pflanzenmaterial später untergehoben werden. Bis es soweit ist, darf sich Insekt und Mensch an den hübschen Blüten, wie denen des leuchtend roten Inkarnat-Klees erfreuen.

