Wer am Ostseestrand spazieren geht, stolpert nicht selten über angeschwemmtes Treibgut (Treibsel). Neben tierischem Anteil wie Muscheln und Quallen stammt ein Großteil des Volumens von Wasserpflanzen (wenn man Glück hat befindet sich darunter sogar Bernstein, das fossile Baumharz). Zumeist sind es Seegras und Makroalgen (Rot-, Braun- oder Grünalgen). An warmen Sommertagen erfüllen sie die Seeluft mit dem typischen Geruch…und werden dann zumeist schnell entfernt, bevor sie sich hemmungslos um die Zehen der Strandbesucher schlingen. Dabei sind sie ein Zeichen für ein funktionierendes Ökosystem, da sie sowohl im Wasser als auch an Land Lebensraum und Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tierarten sind. Und mit Ruhe betrachtet sind Algen oft elegant und richtige Schönheiten, was sie erst in ihrem Element, dem Wasser, zeigen. Mal rund, mal platt. Schmal, langgestreckt und grün leuchtend wie der sehr häufige Darmtang (Enteromorpha intestinalis) bis filigran verzweigt wie der Braunrote Zweigtang (Rhodomela confervoides). Die Wuchsform kann aber auch einer strengen gabeligen Zweier-Verzweigung (Dichotomie) folgen. Schön zu beobachten ist das dichotome Wachstum bei der zu den Braunalgen gehörenden Gemeinen Gabelzunge (Dictyota dichotoma). Wer gerade nicht am Meer ist, kann auch einfach einen Blick vor die Tür werfen: auf Zellebene unterschiedlich aber in der Erscheinung gleich findet sich eine solche Wuchsform auch bei Landpflanzen, wie bei der Rosskastanie und dem Flieder aber v.a. bei den Bärlappartigen (Lycopodiales). Ein lustiger Vertreter ist der Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum). Seine Sporen waren in der Volksheilkunde als Wundpuder beliebt. Aber am liebsten flundert er einfach nur am Boden.



